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Wer von den Höhen des Löffelberges, des Hünsberges oder des Steimels sich den Ort Hünsborn anschaut, dem fällt die Lieblichkeit der Landschaft und die Schönheit der naheliegenden Wälder, sowie die Geborgenheit dieser Ansiedlung, umgeben von sanft ansteigenden Bergen, besonders angenehm auf. Ein solcher Blick beantwortet sofort die Frage, warum wohl in grauer Vorzeit sich die Menschen gerade an dieser Stelle niederließen, warum sie hier ihre Hütten, ihre Häuser bauten. Die schriftlichen Quellen über Hünsborn beginnen verhältnismäßig spät zu fließen. Das mag seinen Grund darin haben, dass einmal die landwirtschaftliche Qualität des Bodens im südlichen Kreis nicht so gut war wie in der Attendorn-Elsper Doppelmulde, in welcher sich die ersten Spuren der Besiedlung im Kreis Olpe zeigten. Es kann aber auch damit zusammenhängen, dass hier an der Wasserscheide, gleichzeitig eine Stammgrenze lag, und dass die damit verbundenen Gefahren groß waren.

Die erste schriftliche Erwähnung von Hünsborn kommt aus dem Jahre1300. Bei der Erforschung der Eisenverhüttungsstätten im Gebiet der Kaller - Höh und in den sogenannten Urwald ( Naturschutzgebiet ) wurde bekannt, dass bereits zu dieser Zeit und früher Verhüttungen stattgefunden haben. Damit steht also fest, dass zu Beginn des Mittelalters eine nicht geringe gewerbliche Tätigkeit in diesem Grenzgebiet unseres Kreises zu verzeichnen war. Die Schlackenhalden waren so groß und reichhaltig, dass sie in späteren Jahren noch einmal zur Auswertung abgefahren wurden. Den Forschern stehen daher heute nur noch geringe Schlackenhalden zur Verfügung. Trotzdem konnten große Erfolge erzielt werden. Ursprünglich wird Hünsborn erwähnt als ein Hof mit eigenem Gericht, einem Hofgericht, dessen Zuständigkeit bis heute noch nicht eingehend erforscht worden ist. Die Meinung der Forscher geht hier weit auseinander. Es wird der Zukunft überlassen bleiben, dies noch zu klären. Eine alte Niederschrift beweißt, dass der Ort Hünsborn im Jahre 1536 schon 28 Haushaltungen und ca. 150 Einwohner hatte. Einen schweren Rückschlag erhielt diese Entwicklung im 30-jährigen Krieg. Danach zählte unsere Ortschaft nur noch 15 Haushaltungen und ca. 80 Einwohner. Die erste Kapelle erhielt Hünsborn im Jahre 1649. Sie wurde durch den Bischof von Hildesheim eingeweiht.
Das Vorhandensein einer Schule wird ebenfalls recht früh bekannt. Anders als die sogenannten Winkelschulen des Wendener Landes wurde in Hünsborn ein eigenes Schulhaus errichtet, welches in der Nähe der heutigen Kirche lag. Im 17. Jahrhundert beginnen die Quellen über Hünsborn reichlicher zu fließen, besonders in Zusammenhang mit den Grenzstreitigkeiten, die sich an der Landhecke zwischen den Kölschen und den Nassauern, den jetzigen Siegerländern, ergaben. Man stritt sich über die Hude und viele andere Dinge. Auf beiden Seiten gab es Gewalttätigkeiten und Schießereien. So ließ z. B. der Richter „ von Stockhausen „ durch Kornschnitter des Wendener Landes die diesseits der Landhecke gelegenen Grundstücke abernten und den Ertrag anschließend versteigern. Ebenso führten an verschiedenen Stellen aufgestellte Galgen zu Streitigkeiten.
Der Hirte von Hünsborn schlug den Galgen am Holzklauer Schlag eines Tages ab. Als er von der Gegenseite neu errichtet wurde, ließ ihn der Richter „ von Stockhausen „ mit Gewalt entfernen. Dies führte zu diplomatischen Verhandlungen auf beiden Seiten. Schließlich wurde auf den Galgen verzichtet. In der Hünsborner Gemarkung erinnert ein Flurname an diese Galgenaffäre und spricht wohl dafür, dass auch auf dieser Seite Galgen errichtet wurden.
All diese Aktionen fanden immer unter dem Schutz der Schützenabteilungen statt. In den Archiven sind auch heute noch genaue Verzeichnisse erhalten über die Anzahl der aufgebotenen Kornschnitter, der Wagen, der Auflader und der Schützen aus jedem einzelnen Ort.
Hier liegt wohl auch der historische Ursprung unserer heutigen Schützenbruderschaft. Es war damals bittere Notwendigkeiten der Heimatverteidigung aus denen unsere heutige Bruderschaft ihre Existenzberechtigung schöpft.


Die Zeit aber rauschte dahin. Geschlechter kamen und gingen. Armut und Bescheidenheit verband die Menschen noch enger. Die Liebe zur Heimaterde, zum Vatererbe, beim Sauerländer besonders ausgeprägt, blieb erhalten. Beim Kleinbauerntum ging man auch in Hünsborn seiner Arbeit, seinem Werke nach. Mann und Frau schafften gemeinsam im Hauberg, auf dem Acker, im Stall, ja die ganze Familie nahm daran Teil. Der Hang zur Scholle, zum eigenen Heim wurzelte tief. Eigentum verpflichtete zur Dorfgemeinschaft, zur Nachbarschaftshilfe.
Das Vereinsleben blühte auf. So entschloß man sich im Jahre 1904, auch in Hünsborn einen Schützenverein zu gründen, um symbolisch an die Vergangenheit zu erinnern, denn es galt auch jetzt noch die Heimat zu verteidigen, den Glauben an alte Sitten zu schützen. So trafen sich am 28 Juli 1904 an einem heißen Sonntagnachmittag 4 Männer im Schatten einer Eiche und beschlossen einen Schützenverein zu gründen. Ohne lange zu zögern, wurde der Gedanke in die Tat umgesetzt. Nachdem Theo Schrage und Leo Halbe die polizeiliche Genehmigung für die Gründungsversammlung eingeholt hatten, stand der Gründung des Vereins am 4.August 1904 nichts mehr im Wege. Es traten sofort 24 Männer als Mitglieder bei.
Theodor Schrage wurde 1. Vorsitzender, Theodor Quast Schriftführer, Peter Knott Kassierer und Wilhelm Schwarz Hauptmann. Der junge Verein erwarb sich die Gunst des ganzen Dorfes. Die Mitgliederzahl stieg bis zum 1. Stiftungsfest am 21.07.1905 auf 72 Mitglieder. Erster Schützenkönig wurde Peter Wagner. Noch ahnte niemand, welch schwere Zeiten dem jungen Verein bevorstanden. Unglückselige Zeiten wurden herauf beschworen. Die Mitgliederzahl sank bis April 1906 auf 17 Mann. Der Verein wäre sicherlich zu Grunde gegangen, wenn nicht junge Männer aus Wenden und Altenhof beigetreten wären. Der alte Mitgliederstand, wie bei der Gründung, wurde wieder erreicht. Diese kleine, verschworene Gemeinschaft hat in fester Einigkeit die schwersten Opfer gebracht, da sämtliches Inventar wie Fahne, Scheibenstand bis zum Feste am 22.Juli 1906 angeschafft werden musste. Durch dieses feste Zusammenhalten sind alle Anstürmungen der Gegner abgeprallt. Zivil- und Strafprozesse, in die einige Mitglieder verwickelt wurden, vermochten nicht die Einigkeit zu zerstören. Im Laufe der Jahre besserten sich aber die Verhältnisse dem Verein gegenüber, aber die Mitgliederzahl ist nie auf 30 gestiegen. Trotzdem feierte man bis 1914 jedes Jahr ein Fest. Danach musste die Vereinstätigkeit eingestellt werden, da fast alle Mitglieder Kriegsdienst leisten mussten.
Der erste Weltkrieg begann. Auch aus Hünsborn holte er sich seine Opfer. Begeistert waren sie hinausgezogen, das Vaterland, das Schöne zu schützen. In fremder Erde ruhen sie, die auszogen zu siegen und doch nicht verhindern konnten, das der Opfergang vergebens war. Den Heldentod starben 6 Schützenbrüder. Was der Krieg nicht vermochte, besorgten Revolution, Inflation und Arbeitslosigkeit. Die wirtschaftliche Not machte das Leben zum Abenteuer. Um den Arbeitsplatz zu erreichen, mussten lange Fußwege in Kauf genommen werden. Im Februar 1919 wurde vom damaligen Schriftführer die erste Versammlung einberufen. Danach zeigte es sich, das der Verein in der Öffentlichkeit wieder Anerkennung fand und gewürdigt wurde. Die Mitgliederzahl stieg bis zum 25-jährigen Jubiläum im Jahre 1929 auf 86 Mitglieder.


Im Jahre 1930 schloß sich der Verein dem Zentral-Verband der historischen deutschen Schützenbruderschaften an und erhielt den Namen „ St Kunibertus-Schützenbruderschaft Hünsborn „. 1934 wurden die Bruderschaften durch staatliche Gesetzgebung verboten. Unbeirrt wurde trotzdem bis 1939 jedes Jahr ein Fest gefeiert.
Danach kam eine neue Zeit. Blendend in Demagogie schien sie neue Impulse zu geben. Leicht folgte man dem Blendwerk aus Fahnen und Symbolen in der Hoffnung, einer neuen und besseren Zukunft entgegenzusehen. Ein neues Geschlecht, eine neue Jugend marschierte. Niemand ahnte, dass der Weg in einen zweiten, weltweiten Krieg führte. Man schrieb das Jahr 1939.

Unsere Bruderschaft feierte das letzte Fest vor dem Kriege. Schützenkönig wurde Paul Stahl, der dann auch als erster Hünsborner im 2. Weltkrieg gefallen ist. Das Vereinsleben wurde eingestellt.
Der zweite Weltkrieg zeigte seine ersten Schrecken. Wiederum wurde bestes Mannestum dem großen Orlog geopfert. Männer gaben ihr Leben im Felde, sterbend noch der Heimat gedenkend. Daheim aber beteten die Frauen und Kinder um glückliche Heimkehr. Sie ahnten nicht, welches Opfer noch von ihnen verlangt würde.
Bombenverbände deckten die Städte zu mit ihrer unheilvollen Last, um alles zu töten und den letzten Widerstand zu brechen. Das weite Land aber beherrschten Tiefflieger mit Bordkanonen und Maschinengewehren. Jedes Leben war bedroht. So wurde in den letzten Kriegstagen in Hünsborn selbst noch so manches Opfer gefordert. Artillerie und Feuer vernichtete manches Heim. Angst schnürte die Herzen ein, Angst vor fremder Herrschaft. Angst vor der Zukunft lag wie ein Alpdruck auf den Lebenden, den Überlebenden. Schwer litten die Menschen unter der Not des verlorenen Krieges, einem Krieg, aus dem 22 Mitglieder unserer Bruderschaft nicht zurückkehrten, 18 gefallen und 4 sind vermisst.
Schwer war auch der Anfang zum Aufbau von Heim und Existenz. Hünsborn war angeschlagen, jedoch nicht tot. Bald wuchs neues Leben. Der kleine Landwirt erlebte ein neues Erwachen. Nie war man sich in Hünsborn so nahe wie zu jener Zeit. Man schrieb das Jahr 1947.

Nachdem die Militär-Regierung das Vereinsleben wieder gestattete, lud am 7. September 1947 der 1. Vorsitzende Alois Koch im Einvernehmen mit unserem jetzigen Präses und Pfarrer Josef Beule alle Schützenbrüder zu einer Versammlung ein.
Wichtigste Punkte der Tagesordnung waren.

1) Fortbestand oder Auflösung der Bruderschaft
2) Vorstandswahlen

Einstimmig beschlossen alle anwesenden Mitglieder den Fortbestand der Bruderschaft. 1. Brudermeister wurde Alois Koch, Schriftführer Wilhelm Heller, Kassierer Josef Halbe , I. Präses wurde Pfarrer Josef Beule. 1948 erstellte der Vorstand eine neue Satzung nach den Richtlinien des Zentral-Verbandes der historischen deutschen Schützenbruderschaften. Auf ein Volksfest wurde aus finanziellen Gründen( Währungsreform ) verzichtet. Aber zahlreiche, gutbesuchte Theateraufführungen geben Zeugnis von einem neuen Aufbau, einen regen Vereinsleben. 1949 legte Brudermeister Alois Koch sein Amt nach langjähriger Tätigkeit nieder. Neuer Brudermeister wurde Josef Halbe I, Kassierer wurde Wilhelm Knott.


Am 18./19. Juni 1949 konnte nach großen Bemühungen des Vorstandes und finanziellen Opfern aller Mitglieder das erste Volksfest gefeiert werden. Durch abschießen eines Gipsvogels mit der Armbrust wurde Josef Stahl neuer Schützenkönig. 1951 legte Wilhelm Heller sein Amt als Schriftführer nieder.
Josef Junge wird neuer Schriftführer. Die Arbeit im Vorstand sowie im Vereinsleben wird kontinuierlich fortgesetzt. Theodor Schrage, ein Sohn unseres damaligen 1. Vorsitzenden, stellt ein Gelände von ca. 3500 qm für eine Kaufsumme von 2500.- DM dem Verein zur Verfügung. Dies ist ein Meilenstein in unserer Vereinschronik. Was wäre die heutige Bruderschaft, aber was wären auch alle örtlichen Vereine ohne den heutigen Schützenplatz? Dank gebührt daher unserem Schützenbruder Theodor Schrage.

Dank dem damaligen Vorstand und allen Schützenbrüdern für ihre Weitsicht. 1953 legt der 1. Vorsitzende Josef Halbe aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder und wird von der Versammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Alois Koch übernimm erneut die Vereinsführung. Die Vorbereitungen für das 50-jährige Jubiläum 1954 beginnen.

Der Schützenplatz wird eingesät, eine bescheidene Toilettenanlage wird gebaut. Die Idee, eine Schützenhalle zu bauen, wurde geboren. Entschlossen schritt man zur Tat. Eine Zeichnung war fertig. Die Genehmigung durch die Behörde wurde erteilt. Das notwendige Bauholz aus dem abgeholzten Gerlinger Wäldchen stand zur Verfügung. Daß die Idee nicht verwirklicht wurde, ist nicht an der Fähigkeit des damaligen Vorstandes und der Opferbereitschaft der damaligen Mitglieder gescheitert, sondern durch Außenstehende zerredet und zerstört worden, mit dem Argument, eine Gemeindehalle zu bauen und die finanziellen Lasten der Bruderschaft nicht allein aufzubürden. Aber dadurch entstanden Meinungsverschiedenheiten und Streitigkeiten, die sich bis in die Sechziger Jahre auswirkten. Trotz aller Belastungen feierte die Bruderschaft 1954 ihr 50-jähriges Jubiläum. Die Kaiserwürde errang Schützenbruder Richard Halbe. Einem Mann, der immer mit Bescheidenheit aber um so größere Opferbereitschaft und Einsatzbereitschaft das Ansehen aller Schützenbrüder genoß.

Im Verlauf des Festes wurde dem 1. Brudermeister Alois Koch die ehrenvolle Aufgabe zuteil, 3 Schützenbrüder und Gründer unserer Bruderschaft besonders zu ehren.: Wilhelm Schrage, Leo Halbe und Anton Gokus. Alois Koch richtete herzliche Worte an die Jubilare und überreichte ihnen als äußeres Zeichen des Dankes und der Anerkennung den hohen Bruderschaftsorden, eine der höchsten Auszeichnungen, die der Verband der historischen deutschen Schützenbruderschaften zu verleihen hat.
Durch die Mitwirkung aller örtlichen Vereine erhielt dieses Jubiläum eine besondere Note, da zum ersten Mal Gemeinsamkeit und Zugehörigkeit demonstriert wurde, welches sich bis in die jetzigen Siebziger Jahre bewährt hat.


1956 wird durch den plötzlichen Tod unseres Brudermeisters Alois Koch ein neuer Vorstand gewählt: 1. Brudermeister wird Josef Junge, Schriftführer wird Karl Mester, Wilhelm Knott bleibt Kassierer bis zur Generalversammlung 1957, wo er durch Theodor Schrage abgelöst wird. Die Arbeit dieses neuen Vorstandes konzentriert sich in den folgenden Jahren hauptsächlich auf den Ausbau und Verschönerung unseres Schützenplatzes. Aber auch der Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften aktiviert in diesen Jahren seine Arbeit auf Diözesan- und Bezirksebene. Die Bruderschaften des Wendener Landes schließen sich in einem Bezirksverband zusammen.

Sogar der damalige Bundespräses Karl Lambertz entdeckt und besucht den Bezirksverband Wenden und ist am 20 April 1958 Gast unserer Bruderschaft. Im damaligen Pfarrheim hält er in Anwesenheit unseres Präses und ca. 80 Schützenbrüder einen Vortrag über die Grundwerte einer Bruderschaft. Daß seine Worte nicht auf steinigen Boden gefallen sind, beweisen die folgenden Jahrzehnte.
Hervorgerufen durch innere Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten tritt der damalige Vorstand am 02.04.1960 zurück. Peter Koch, als damaliger 2. Vorsitzender führt die Geschäfte weiter bis zur außerordentlichen Generalversammlung am 29.05.1960. An diesem Tag wird im Vereinslokal Wilmes ein neuer Vorstand gewählt:
1.Brudermeister wird Eugen Schrage, Geschäftsführer wird Theo Winnersbach, Kassierer wird Peter Arns. Auf dem Fundament, das in der Vergangenheit gelegt wurde, kann dieser neue Vorstand seine Arbeit aber nur beginnen, wenn alle Schützenbrüder ihren einmütigen Beschlüssen auch ebenso uneigennützige Taten folgen lassen.

Gelegenheit dazu wird uns die Zukunft in genügendem Maße bieten. Zurückhaltend, bescheiden und auf finanziell schwachen Füßen werden die ersten Schritte in die Sechziger Jahre getan. Man spürt aber deutlich, dass ein neuer, unbeugsamer Wille zu größeren Taten vorhanden ist. In den nächsten Versammlungen und Zusammenkünften wird daher lebhaft und leidenschaftlich über die richtigen Schritte in die Siebziger Jahre diskutiert. Man sucht neue Wege, um auch die örtliche Jugend mehr zu aktivieren und für unsere Sache zu begeistern.
Der Schwerpunkt wurde daher auf die Förderung des sportlichen Schießens gelegt. 1961 wird unser Geschäftsführer Theo Winnersbach von der Versammlung mit dieser Aufgabe beauftragt. Eine automatische Schießanlage wird erworben. Erste Erfolge zeigen sich nach kurzer Anlaufzeit. Der nächste Schritt, der von allen Schützenbrüdern eine große Opferbereitschaft verlangt, wird in der Generalversammlung 1962 getan. Einstimmig beschließen alle anwesenden Schützenbrüder den Bau eines Schützenhauses.
Am 6. Mai des gleichen Jahres feiert unser Präses und Pfarrer sein 25-jähriges Priesterjubiläum. Er ist damit gleichzeitig 25 Jahre in unserer Pfarrgemeinde als unermüdlicher Künder des Wortes Gottes tätig. 1953 werden auf Verlangen des Zentralverbandes alle Jungschützen in einer Jungschützenabteilung zusammengefasst.
Erster Schützenmeister wird Hermann Fischer. Voller Stolz kann im gleichen Jahr Schützenhauptmann Alfons Arns seine neugegründete Gewehrgruppe vorstellen.

Inzwischen kann nach guter Vorbereitung des Vorstandes und Dank der ungebrochenen Opferbereitschaft aller Mitglieder mit dem Neubau des Schützenhauses begonnen werden. Nach 10-wöchiger Bauzeit haben ca. 50 Schützenbrüder in ihrer Freizeit das Haus im Rohbau erstellt. Man kann von diesem Bauwerk, angefangen von der Grundsteinlegung bis zur Fertigstellung und Einweihung am 1. Oktober nicht reden, ohne dass der Name unseres Schützenbruders Gustav Schwarz genannt wird. Gustav Schwarz hatte bereitwillig die Bauleitung übernommen. Seine einmaligen Verdienste um die Entstehung dieses Hauses lassen sich einfach in Worten nicht ausdrücken. Der Vorstand und alle Schützenbrüder, die unter seiner Leitung Hand angelegt haben, wissen seine großen Verdienste zu würdigen. Leider war es ihm auf Grund seiner angegriffenen Gesundheit nicht möglich, am 1. Oktober bei der Einweihung des Schützenhauses dabei zu sein. Gustav Schwarz starb 4 Wochen später am 1. November 1967.


Am 22.1.1968 findet zum ersten Male eine Jahreshauptversammlung im eigenen Schützenhaus statt. Brudermeister Eugen Schrage kann an diesem Tage, außer einer großen Anzahl Schützenbrüder, 3 verdiente Männer besonders begrüßen und ehren. Dazu gehören Anton Fischer unser Kaiser von 1954 Richard Halbe sowie Ehrenvorsitzender Josef Halbe I, die am heutigen Tage ihr 50-jähriges Jubiläum feiern.
Aus Mangel an Beschäftigung im Bund der historischen deutschen Bruderschaften wird unsere Sportschützenabteilung im September 1968 Mitglied des Deutschen Schützenbundes. Die Jugendarbeit und die Förderung des Schießsportes soll damit verstärkt werden.
Noch im gleichen Monat gelingt unserem regierenden König Karl-Heinz Klein der große Wurf. Als Bezirkskönig des Bezirkes Wenden hatte er sich die Teilnahme am Bundeskönigsschießen in Brühl gesichert. An diesem denkwürdigen 11. September 1968 wurde Karl-Heinz Klein mit Abstand bester
König der Diözese Paderborn.
Aber am 22.August 1969 überraschte uns Jungschützenkönig Berthold Koch mit der gleichen Leistung. Er wird ebenfalls bester Jungschützenkönig der Diözese Paderborn.
In der Generalversammlung 1970 wird eine Satzungsänderung vorgenommen. Danach ist es allen Jugendlichen möglich vom 12. Lebensjahr an, Mitglied zu werden. Von jetzt an bietet sich ein breites Betätigungsfeld für den späteren neugewählten Jungschützenvorstand mit Gisbert Schneider, Hermann Hüttemann und Kurt Meurer.
1973 knüpft unser regierender König Erich Junge an die Leistung von Karl-Heinz Klein und Berthold Koch an. Erich Junge wird beim Bundeskönigsschießen 1973 in Koblenz bester König der Diözese Paderborn.
1975 legt Kassierer Peter Arns nach 15-jähriger Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Hermann Fischer wird neuer Kassierer. Noch im gleichen Jahr übernimmt Erich Winnersbach die Leitung der Sportschützenabteilung. Mit diesem Schritt wird ebenfalls die Verantwortung in einem wichtigen Bereich auf jüngere Schultern gelegt. Auch in den nächsten Jahren steigt die Leistungskurve der Sportschützen kontinuierlich nach oben. Um alle Erfolge im Einzelnen anzugeben würde zu weit führen, aber es ist eine erwähnenswerte Tatsache, dass sich im Jubiläumsjahr 1979, 3 Diözesankönige bzw. Prinzen und 7 Bezirkskönige in unseren Reihen befinden. Unzählige Kreismeistertitel in Mannschafts- und Einzelwertung sprechen eine deutliche Sprache.

So blicken wir im Jubiläumsjahr 1979 zurück in eine Vergangenheit die unendlich weit hinter uns liegt. So schließt sich der Kreis von der dunklen Vergangenheit bis zur leuchtenden Gegenwart und Chronik, in der ein Stück Heimatgeschichte mitklingt.  

Chronik verfasst vom damaligen Schriftführer Theo Winnersbach.