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Die Zeit aber rauschte dahin. Geschlechter kamen und gingen. Armut und Bescheidenheit verband die Menschen noch enger. Die Liebe zur Heimaterde, zum Vatererbe, beim Sauerländer besonders ausgeprägt, blieb erhalten. Beim Kleinbauerntum ging man auch in Hünsborn seiner Arbeit, seinem Werke nach. Mann und Frau schafften gemeinsam im Hauberg, auf dem Acker, im Stall, ja die ganze Familie nahm daran Teil. Der Hang zur Scholle, zum eigenen Heim wurzelte tief. Eigentum verpflichtete zur Dorfgemeinschaft, zur Nachbarschaftshilfe.
Das Vereinsleben blühte auf. So entschloß man sich im Jahre 1904, auch in Hünsborn einen Schützenverein zu gründen, um symbolisch an die Vergangenheit zu erinnern, denn es galt auch jetzt noch die Heimat zu verteidigen, den Glauben an alte Sitten zu schützen. So trafen sich am 28 Juli 1904 an einem heißen Sonntagnachmittag 4 Männer im Schatten einer Eiche und beschlossen einen Schützenverein zu gründen. Ohne lange zu zögern, wurde der Gedanke in die Tat umgesetzt. Nachdem Theo Schrage und Leo Halbe die polizeiliche Genehmigung für die Gründungsversammlung eingeholt hatten, stand der Gründung des Vereins am 4.August 1904 nichts mehr im Wege. Es traten sofort 24 Männer als Mitglieder bei.
Theodor Schrage wurde 1. Vorsitzender, Theodor Quast Schriftführer, Peter Knott Kassierer und Wilhelm Schwarz Hauptmann. Der junge Verein erwarb sich die Gunst des ganzen Dorfes. Die Mitgliederzahl stieg bis zum 1. Stiftungsfest am 21.07.1905 auf 72 Mitglieder. Erster Schützenkönig wurde Peter Wagner. Noch ahnte niemand, welch schwere Zeiten dem jungen Verein bevorstanden. Unglückselige Zeiten wurden herauf beschworen. Die Mitgliederzahl sank bis April 1906 auf 17 Mann. Der Verein wäre sicherlich zu Grunde gegangen, wenn nicht junge Männer aus Wenden und Altenhof beigetreten wären. Der alte Mitgliederstand, wie bei der Gründung, wurde wieder erreicht. Diese kleine, verschworene Gemeinschaft hat in fester Einigkeit die schwersten Opfer gebracht, da sämtliches Inventar wie Fahne, Scheibenstand bis zum Feste am 22.Juli 1906 angeschafft werden musste. Durch dieses feste Zusammenhalten sind alle Anstürmungen der Gegner abgeprallt. Zivil- und Strafprozesse, in die einige Mitglieder verwickelt wurden, vermochten nicht die Einigkeit zu zerstören. Im Laufe der Jahre besserten sich aber die Verhältnisse dem Verein gegenüber, aber die Mitgliederzahl ist nie auf 30 gestiegen. Trotzdem feierte man bis 1914 jedes Jahr ein Fest. Danach musste die Vereinstätigkeit eingestellt werden, da fast alle Mitglieder Kriegsdienst leisten mussten.
Der erste Weltkrieg begann. Auch aus Hünsborn holte er sich seine Opfer. Begeistert waren sie hinausgezogen, das Vaterland, das Schöne zu schützen. In fremder Erde ruhen sie, die auszogen zu siegen und doch nicht verhindern konnten, das der Opfergang vergebens war. Den Heldentod starben 6 Schützenbrüder. Was der Krieg nicht vermochte, besorgten Revolution, Inflation und Arbeitslosigkeit. Die wirtschaftliche Not machte das Leben zum Abenteuer. Um den Arbeitsplatz zu erreichen, mussten lange Fußwege in Kauf genommen werden. Im Februar 1919 wurde vom damaligen Schriftführer die erste Versammlung einberufen. Danach zeigte es sich, das der Verein in der Öffentlichkeit wieder Anerkennung fand und gewürdigt wurde. Die Mitgliederzahl stieg bis zum 25-jährigen Jubiläum im Jahre 1929 auf 86 Mitglieder.